Ton in Glasuren
Was sind Glasuren – und warum wird Ton darin eingesetzt?
Jeder sieht sie, berührt sie, denn sie sind alltäglich, ob auf Fliesen, Geschirr oder Porzellan. Glasuren verleihen keramischen Körpern Härte, Farbe, chemische Beständigkeit und Oberflächenstruktur.
Rohstoffe und Inhaltsstoffe keramischer Glasuren
Die Glasur entspricht in ihrer Zusammensetzung Glas – daher auch der Name „Glasur“. Eine Glasur besteht aus mineralischen Rohstoffen wie Quarzsand als Glasbildner, Flussmitteln (z.B. Feldspat, Kalium- oder Natriumoxide) zum Schmelzen und Stabilisatoren (z.B. Ton, Kaolin) für die Konsistenz, angereichert mit Metalloxiden oder Farbkörpern für Farben; je nach Anwendung variieren die Zutaten stark.

Ton, meist hell brennend, erhöht die Plastizität in Glasuren und vermindert das Absetzen von Glasurschlicker. Der Zusatz liegt bei 3-6%.
Glasuren enthalten Oxide, hauptsächlich von Silicium, Bor, Aluminium, Kalium, Natrium, Calcium, Magnesium, Strontium, Barium, Blei, Zirkon u. a. Die Glasur ist in ihrer Zusammensetzung und Wärmeausdehnung dem keramischen Scherben angepasst. Wenn sie eine größere Ausdehnung hat als der Scherben, entstehen Haarrisse, bei niedrigerer Ausdehnung blättert sie ab.
Es gibt eine Wechselwirkung zwischen der Farbe oder Art des Tons und der Glasur, die das Endergebnis stark beeinflusst, von Farbveränderungen bis zu Effekten wie Verläufen oder Mattierung. Wichtig ist, die Brenntemperaturen und die Kompatibilität von Ton und Glasur zu beachten, da nicht jeder Ton mit jeder Glasur funktioniert. Testbrände sind unerlässlich.
Der poröse Rohscherben saugt Wasser auf. Eine dünne Schicht des Glasurpulvers lagert sich auf der Scherbenoberfläche ab. Im Gar- oder Glattbrand bei bis zu 1450 °C schmilzt der Überzug zu einer glatten glänzenden Schicht und verbindet sich durch eine Reaktionszwischenschicht innig mit der Unterlage.

Glasiert werden außer Geschirrgegenständen auch Boden- und Wandfliesen, Ofenplatten, Dachziegel sowie chemisch-technisches Porzellan und Steinzeug. Durch Zusatz von Farboxiden wie Kobaltoxid (blau), Chromoxid (grün), Manganoxid und Eisenoxid (braun) entstehen farbige Glasuren; ein Zusatz von Zinnoxid und Zirkonoxid führt zu weißen, getrübten Glasuren.