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Wie kommt der Ton in den Westerwald ? Teil III/V

Ist also nicht viel bis zum Ende des Mesozoikums, weder im Westerwald noch im gesamten Rheinischen Schiefergebirge geschehen, ändert sich dies mit Beginn des Tertiärs. Die Voraussetzungen für die Tonlagerstätten waren in den Gesteinen des jetzt sehr flachen Schiefergebirges vorhanden.

Abb.1: ungefähre geographische Lage des Rheinischen Schiefergebirges zu Beginn des Tertiärs vor ca. 65 Millionen Jahren

Bei entsprechenden Bedingungen (Zeit, Temperatur, pH-Wert u.a.) wandeln sich auch feste Materialien wie Gesteine und Minerale in andere um. Tonminerale sind typische Neubildungen in geologischen Verwitterungsprozessen z.B. aus Feldspäten und Glimmern. Resistent hingegen ist z.B. Quarz. Er widersteht auch lange Zeit allen möglichen physikalischen und chemischen Einflüssen.

Abb.2: Schematisches Profil durch den ‚Westerwald‘

Im Zuge eines tief greifenden Wandels zu Beginn des Tertiärs* (um Weihnachten herum, siehe Abb.1 in Teil I) stiegen die Temperaturen stark an. Wesentlicher Einfluss wird dem Einschlag eines Asteroiden auf der heutigen Yukatan-Halbinsel, Mexiko (Chicxulub-Krater) zugeschrieben. Im Zusammenhang mit der Kreide-Paläogen-Grenze wird er ebenfalls mit dem Aussterben der Dinosaurier und eines großen Teils der mesozoischen Tier- und Pflanzenwelt während des Übergangs zum Känozoikum in Verbindung gebracht. Langfriste, zyklische Schwankungen des Erdumlaufs und der Neigen der der Erdachse kommen als Ursache ebenfalls in Frage. Verbunden mit anhaltendem subtropischem Dauerregen beginnen die oberflächennahen Gesteine zu verwittern. Dabei wandeln sich Minerale dieser Gesteine wie Glimmer und Feldspäte in Tonminerale um. Das Rheinische Schiefergebirge ist nach wenigen Millionen Jahren mit einer weichen Verwitterungskruste bedeckt, die große Mengen Tonminerale enthielt. Diese oberen Schichten, weil sehr weich, wurden sukzessive abgetragen und von Flüssen in Senken und Becken transportiert und dort wiederum abgelagert. Es mag damals ähnlich ausgesehen haben wie in Abb.3 zu sehen.

Abb.3: Mündung des Sarawak, eines träge mit hohe Sedimentlast langsam fließenden Flusses ins Meer

* Die geologische Kreide-Tertiär-Grenze (K/T-Grenze) wird seit dem Jahr 2000 als Kreide-Paläogen-Grenze, auch K-P-Grenze bezeichnet. Es ist der Zeitpunkt eines Ereignisses vor 66 Mio. Jahren, das den Übergang von der Kreidezeit zum Paläogen definiert. Diese Grenze markiert den Beginn eines der fünf größten Massenaussterben der Erdgeschichte. Die geologischen und biologischen Umwälzungen ergaben sich aus den verschiedensten Veränderungen, die Zeiträume von wenigen Tagen bis zu mehreren Hunderttausend Jahren umfassten. Der Einschlag des Asteroiden in Yukatan, erhöhte auch vulkanische Aktivitäten. Eindeutige Merkmale der Kreide-Paläogen-Grenze sind eine Iridium-Anomalie infolge des Asteroideneinschlags, sowie umfangreiche Mengen an Asche und Gesteinskügelchen, die unter extremer Hitze entstanden sein müssen.

Kreide/Tertiär-Grenze, Rheinsiches Schiefergebirge, Tonimieralneubildung, Verwitterung

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