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Wie kommt er Ton in den Westerwald ? Teil I/V

Ton gehört bekanntlich zum Westerwald wie der vermeintlich so kalte Wind. Ton ist und war die Grundlage für das traditionsreiche Töpferhandwerk und das Kannenbäckerland. Doch, warum liegt der Ton im Westerwald und nicht in der Eifel, oder im Schwarzwald oder auf Rügen? Es gibt Gründe, warum diese Tone gerade hier im Westerwald vorkommen.

Die Antwort auf diese Frage liegt in der geologischen Geschichte des Westerwaldes. Betrachtet man die ‚jüngere‘ Erdgeschichte seit Beginn des Kambriums vor rd. 570 Millionen Jahren, die durch Fossilien gut bekannt und zeitlich bestimmbar ist, so sind drei Zeitabschnitte für den Westerwald von Bedeutung. Zuvor noch einige grundsätzliche Anmerkungen.

Da es sich bei geologischen Zeiträumen um Millionen und Milliarden von Jahren handelt, ist es hilfreich einen Bezug zu unseren Vorstellungen und Erfahrungen herzustellen. Die Entstehung der Erde liegt etwa 4,6 Milliarden Jahre zurück. Mehrzelliges Leben in größerem Umfang erscheint erst vor 600 Mio. Jahren. Vergleichen wir die geologische Zeitrechnung mit der eines Kalenderjahres (Abb. 1), erleben wir soeben den letzten Augenblick des Jahres an Silvester. Das bedeutet natürlich nicht, dass auch wir am Ende angekommen sind denn erdgeschichtlich sind wir ‚mitten drin‘ im Geschehen.

Abb.1: Geologische Zeittafel im Vergleich zu einem Kalenderjahr

Die Erde befindet sich in einem ständigen Wandel: geologisch entstehen neues Land und neue Gesteine, die, kaum sind sie an der Oberfläche, auch schon wieder der Verwitterung und der Abtragung ausgesetzt sind. Dieser Kreislauf ist ohne Anfang und Ende fortwährend in Gang.


Abb.2 Kreislauf der Gesteine

Ebenso wandern unaufhörlich die Kontinente und die Geografie der Erde ändert sich laufend. Jedoch sind dieses Prozesse mit unseren Sinnen und in unserem täglichen Leben nicht wahrnehmbar.

Abb.3 Lage der Kontinente vor 200 Millionen Jahren

Der ständiger Wandel ist, genau betrachtet, eine Konstante in der gesamte Existenz der Erde. Das in der Geologie angewandte aktualistische Prinzip basiert auf der Annahme, dass geologische Vorgänge, wie wir sie heute beobachten, auch in allen früheren geologischen Zeiten ebenso abliefen. Zwar gibt es Perioden in der Erdgeschichte wie z.B. eine fast vollständige Vereisung der Erde oder massive, kontinentweite und lange andauernde basaltische Eruptionen, zu denen es heute nichts vergleichbares gibt, aber sie widersprechen nicht dem aktualistischen Prinzip.

(Quelle: TonLeiter Nr.21)

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